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Fürbitte für die Christen im Irak - Verwendung in Gottesdiensten der Gemeinden PDF Drucken E-Mail

ImageEs gehört zu den wichtigen Aufgaben der Christen, für Menschen in Not zu beten. Deshalb sind wir herzlich und dringend eingeladen, die "Christen im Irak" und die "Christen, die aus dem Irak geflohen" sind und Flüchtlinge wurden, in die Fürbitte der Gemeinden aufzunehmen.

Fürbitten für Christen im Irak

(Hinweis: „Kyrieeleison“ wird als gemeinsame Antwort gesungen nach EG 178.9 oder gesprochen)

 

 

 

Liturg: Gütiger und barmherziger Gott,

wir legen unsere Hände zusammen

und halten Fürbitte für die verfolgten Christen im Irak:

 

Sprecher I:

Gott, Ruhe und Sicherheit

gibt es noch immer nicht im Irak.

Die Situation ist so verworren, wie nie zuvor.

Die Bevölkerung lebt in großer Angst

und ihre Hoffnung wird kleiner

angesichts der vielen Anschläge und der vielen Toten.
So viele Menschen sind auf der Flucht -
Christen, Muslime, Yeziden,
Mandäer, Kurden, Araber, Turkmenen -
der ganze Irak scheint unterwegs zu sein.
Wo gibt es Sicherheit, wo Schutz, wo Geborgenheit
in diesem friedlosen und von Gewalt erschütterten Land?

Wann wird dieses geschundene Land

endlich im Frieden leben dürfen?
Höre unser gemeinsames Rufen: Kyrieeleison. 

 

 

 

Sprecher II:

Gott, wir machen uns große Sorgen

um unsere christlichen Brüder und Schwestern -

grausame Nachrichten erreichen uns fast täglich,

sie müssen, um ihr Leben bangen.

Von fanatischen Islamisten werden sie gejagt und vertrieben.

Ihre Gotteshäuser sind Zielscheibe von Zerstörungen.

Höre unser gemeinsames Rufen: Kyrieeleison. 

 

 

Sprecher I:

Gott, wir können es nicht fassen,

dass Christen im Irak wegen ihres Glaubens

ermordet werden.

Stärke die Kraft ihres Glaubens;

halte deine Hand über alle,

die Angst haben;

gib ihnen Menschen zur Seite,

die sie schützen und für sie beten;

Höre unser gemeinsames Rufen: Kyrieeleison 

 

 

Sprecher II:

Gott, wir denken an die vielen Flüchtlinge unter den Christen,

die aus Angst ihre Heimat verlassen haben,

deren Familien auseinander gerissen sind,

die um einen ihrer Lieben trauern.

Vor unseren Augen vollzieht sich gegenwärtig

der größte Exodus von Christen weltweit.

Wir denken an die Kinder,

die heimatlos geworden sind;

wir denken an die Eltern, die nicht wissen,

wie es mit ihnen in Jordanien und Syrien weitergeht;

Wir denken aber auch an die Menschen,

die sich um diese Flüchtlinge kümmern,

die sie begleiten und trösten.

Gib ihnen Kraft, barmherziger Gott,

und Mut für diesen wichtigen Dienst.
Höre unser gemeinsames Rufen: Kyrieeleison 



Liturg
: So legen wir die Zukunft dieser Menschen -
von Christen, Muslimen, Yeziden, 
Mandäern, Kurden, Turkmenen, Arabern 

in deine segnende Hand, gütiger, barmherziger Gott

und beten gemeinsam mit den Worten,

die Jesus uns mitgegeben hat

in unser Leben:

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille  geschehe;
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

 


Artikel, der deutlich macht, warum zur Fürbitte für die Christen im Irak eingeladen wird.
Aus der Lokalzeitung vom 7.7.2007:

 

Kirchenbezirk Biberach betet für  Christen im Irak-  
Fürbitte Aktion in den Gottesdiensten der Evangelischen Gemeinden -
von Horst Oberkampf, Bad Saulgau

 Pfarrer und Pfarrerinnen des Evangelischen Kirchenbezirkes Biberach haben aus aktuellem Anlass auf ihrer Dienstbesprechung mit Dekan Hellger Koepff beschlossen, am Sonntag 8. Juli in den verschiedenen Gottesdiensten der Bezirksgemeinden für die Christen im Irak zu beten. In einer gemeinsamen „Fürbitte Aktion“ sollen sie in die Mitte genommen und es soll zugleich auf ihre Situation aufmerksam gemacht werden. Gegenwärtig wird ein „schleichender Genozid“ an den Christen im Irak verübt. In den Medien hier wird darüber leider kaum berichtet. Und ein Aufschrei der Christen und ihrer Kirchen in der weltweiten Ökumene war bisher auch noch nicht zu hören.

 Brief an den Landesbischof  nach Stuttgart

„Fast täglich bekommen wir grausame Nachrichten über Bedrohungen und Ermordungen von Christen übermittelt“, schrieb Pfarrer i.R. Horst Oberkampf (früher Bad Schussenried, heute in Bad Saulgau) vor wenigen Tagen in einem Brief an Landesbischof July nach Stuttgart, in dem er seine tiefe Sorge für die Christen im Irak zum Ausdruck brachte. „Kinder und Jugendliche werden entführt und oftmals grausam zu Tode gerichtet; Männer und Frauen, die bei Amerikanern in Bagdad arbeiten, werden ermordet; Priester werden entführt und umgebracht; Frauen werden vergewaltigt; ganze Familien werden ausgelöscht; Frauen müssen sich kleiden wie muslimische Frauen; Christen müssen in bestimmten Bezirken von Bagdad „Schutzgelder“ an Muslime bezahlen; christliche Kirchen werden zerstört (in Bagdad und Mosul sind seit dem Jahr 2004 über 35 Kirchen zerstört und angegriffen worden); hunderttausende Christen sind schon nach Jordanien, Syrien oder ins westliche Ausland geflohen, tausende werden sicher noch folgen“, hieß es weiter in diesem Brief. Der Schreiber des Briefes kümmert sich seit 15 Jahren um Christen im Nordirak, unterstützt Projekte und kennt die Situation durch verschiedene Besuche. 

Die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen in Bagdad und Mosul haben weit über zwei Millionen Menschen – Muslime und Christen und andere Minderheiten - zu Flüchtlingen gemacht. Sie fliehen nach Jordanien, Syrien und in den Norden des Irak. Unter den über zwei Millionen Flüchtlingen werden etwa 300.000 Assyrer, Chaldäer, Syrer, Aramäer und Armenier, die alle Christen sind. Allein im Norden des Irak sind es 50.000 Christen, die aus dem Süden in den Norden zu Verwandten oder Freunden geflohen sind, um ihr Leben zu retten. Die Sorge um die Flüchtlinge ist für die im Norden des Irak lebenden Christen eine neue und zusätzliche Herausforderung.

Der christliche Glaube wird heute im Irak leider nur noch wenig geduldet und geachtet. Die Toleranz scheint bei radikalen Muslimen auf Null gesunken zu sein Deshalb findet gegenwärtig der größte Exodus von Christen aus ihrer Heimat statt und niemand vermag ihn zu stoppen. Christen werden von fanatischen Islamisten und von Terroristen wie Freiwild behandelt. Sie haben nach Meinung der Islamisten kein Lebensrecht im Irak. Und dabei gehören die Assyrer zu den ältesten Volksgruppen im Irak mit einer über 4000 jährigen Kulturgeschichte. Vielleicht ist es sogar die älteste Minderheit in diesem Land.  

Verlust des Flüchtlingsstatus hier

Vielen irakischen Flüchtlingen - und darunter sind auch viele Christen - die vor einigen Jahren Zuflucht in Deutschland gesucht haben, wird gegenwärtig ihr Flüchtlingsstatus vom Bundesamt in Zirndorf überprüft; viele müssen mit einer Aberkennung rechnen. Begründung ist u.a.: Seit dem Sturz von Diktator Saddam Hussein ist die Situation im Irak sicherer und die Christen hätten eine interne Fluchtalternative: Sie können aus dem unsicheren Süden in den sicheren Norden fliehen. Woher die Beamten des Bundesamtes ihre Informationen haben und wie sie zu dieser Einschätzung der Situation kommen, ist völlig unklar. Es ist leider bittere Realität: Im Irak brennt es an vielen Stellen; in Bagdad ist die Hölle los; in Teilen Mosuls ebenfalls; die Unsicherheit ist im ganzen Land mit Händen zu greifen. 

Eine der wichtigsten Aufgaben der Christen

Das ist Grund und Anlass genug, dass Mitchristen für ihre leidenden Schwestern und Brüder Fürbitte halten und – im Bilde gesprochen – ihre Hände und Arme um sie legen, sie „festhalten“, und stärken, damit etwas von der Kraft des Gebetes über sie komme. Es ist eine wichtige Aufgabe, für andere zu beten, ihr Leid vor Gott zu bringen und sich mit ihnen zu solidarisieren. „Zeichen der Hoffnung“ sind notwendig, wenn alles über Menschen zusammenzuschlagen droht, wenn Angst und Verzweiflung nur noch das Leben von Menschen bestimmt. Aber nicht nur Hände zusammenzulegen ist wichtig, sondern auch Hände und Herzen zu öffnen und zu geben, um Nahrung, Decken und Medizin für die vielen tausend Flüchtlinge als Zeichen ökumenischer Solidarität bereit zu stellen.

Information: Spenden sind willkommen – bitte auf folgendes Konto einbezahlen: Evang. Kirchengemeinde 88427 Bad Schussenried, KSK Bad Schusssenried,(BLZ 654 500 70), Konto: 701 251 – Stichwort: Christen im Nordirak 

 

 
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 3. August 2007 )
 
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