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Bericht von der Jahrestagung "Solidaritätsgruppe Tur Abdin u. Nordirak" März 2009 PDF Drucken E-Mail
ImageVon der Jahrestagung der "Solidaritätsgruppe Tur Abdin u. Nordirak" sollen einige Blitzlichter und Eindrücke fest gehalten werden, die nach Meinung von Horst Oberkampf wichtig waren. Höhepunkt war die Verabschiedung der Resolution, die vom Leitungsteam der Solidaritätsgruppe zum Thema "Kloster Mor Gabriel" vorbereitet wurde. Am Schluss wird der deutsche Text abgedruckt.

 

 





Einige „Blitzlichter“ und Eindrücke von der 17.

Jahrestagung der
„Solidaritätsgruppe Tur

Abdin und Nordirak“ vom 13. – 14. März 2009

 

 

Zwei Schwerpunkte standen im Mittelpunkt der Tagung, die von 60 Teilnehmern besucht wurde: Der Tur Abdin und der Nordirak. Beiden wollte man einigermaßen gerecht werden. Der Hauptschwerpunkt war aber in diesem Jahr der Tur Abdin, vor allem die Situation des Klosters Mar Gabriel. Höhepunkt war die Diskussion und Verabschiedung einer  Resolution zur Situation der Syrisch Orthodoxen und besonders des Klosters Mor Gabriel. Sie soll u.a. ein Zeichen unserer Solidarität mit dem Kloster sein.




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Amalia van Gent Amalia van Gent u. Janet Abraham

 
Die Türkei als Brücke

Die Journalistin und Autorin Amalia van Gent, die Jahre lang in Istanbul lebte und über die Türkei schrieb, sprach zum Thema „Auswirkungen der politischen Veränderungen in der Türkei auf die Situation der Christen“. Man spürte sehrt schnell: Sie ist eine gute Kennerin der Situation in der Türkei, zumal sie wichtige Stationen selber im Land mit erlebte. Einige Gedanken aus ihrem Referat:

Im Mittelpunkt stand u.a. die Frage: Wohin will die Türkei? In den Nahen Osten oder nach Europa? Weiß die Türkei ihre Richtung?

Die Türkei versteht sich als „Brücke“ (vgl. Bosperus Brücke), als Brücke zwischen Islam und Christentum, als Brücke zwischen Okzident und Orient.

Die Türkei ist keine homogene Gesellschaft. Es gibt viele „Bruchlinien“ und viele Positionen zu der oben aufgeworfenen Frage.

Der Weg nach Europa wurde vor Jahren energisch begonnen, dann gab es Ermüdungserscheinungen, weil innenpolitische Fragen sich in den Vordergrund drängten, dann trat fast Stillstand ein. Was bedeutet dieser Reformstau für die Christen? Jetzt soll wieder mit Nachdruck Europa in Blick genommen werden. Aber ob die Gesellschaft auch mit genommen wird auf diesem Weg?

Es muss alles getan werden, dass die verschiedenen Kulturen in der Türkei überleben können, so Frau van Gent.

 

Kloster Mor Gabriel

Der authentische Bericht des Vorsitzenden der Stiftung „ Mor Gabriel“, Malfono Kuryakos Ergün über die Gerichtsprozesse in Midyat, mit denen das Kloster gegenwärtig auf Klage von drei Nachbardörfern, unterstützt von Feudalherren aus der Region, zu tun hat,  kann und soll aus Sicherheitsgründen hier nicht dargestellt werden. Es ist ein laufendes Verfahren. Vieles soll auf Bitte der Verantwortlichen im Kloster in der Öffentlichkeit nicht weiter gegeben werden, sondern soll vertraulich bei den Teilnehmern der Tagung bleiben.

Vielleicht nur so viel. Malfono Kuryakos vertritt die Sache des Klosters mit Nachdruck und Leidenschaft. Er hat sich in die schwierige Materie zusammen mit den Rechtsanwälten des Klosters gut eingearbeitet. Er ist wahrlich zum Experten geworden. Für ihn ist das Kloster Mor Gabriel „ein Symbol der Christenheit“, deshalb steht so vieles auf dem Spiel. Es geht nicht nur um Land, um Besitz, um Grenzen, sondern vor allem auch um die Rechte der Christen als religiöse und ethnische Minderheit und um die Existenz der Christen in ihrer Heimat. Er bedankte sich im Namen des gesamten Klosters für die große Solidarität in diesen schwierigen Wochen und Monaten. Die ganze Welt schaut gegenwärtig auf das Kloster. Diese Erfahrung hilft ihnen nach vorne zu schauen und vermittelt ihnen das Gefühl, nicht alleine da zu stehen.

 




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Malfono Kuryakos mit Christof Aktas (Übersetzer) Malfono Kuryakos (l.) mit Übersetzer (r.)




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Erzbischof Philoxenos Saliba Özmen aus Mardin mit Dr. Shabo Talay (Übersetzer)

Ein Lehrstuhl in Mardin für die Aramäische Sprache

Erzbischof Philoxenos Saliba Özmen vom Kloster Deyrulzafaran, Mardin, der zweite Bischof in der Südosttürkei berichtete u.a. folgendes:

Veränderungen in der Türkei sind mit einer „Schildkröte“ zu vergleichen. Das Tempo ist nicht hoch oder schnell, sondern dem Krabbeln einer Schildkröte zu vergleichen. Es gibt Veränderungen, die in einem Jahr realisiert sind, zu denen man früher 30 Jahre brauchte, meinte er.

„Wir müssen wahrnehmen, was um uns herum in der Türkei passiert, im Nahen Osten und in der Welt. Das alles kann uns nicht gleichgültig lassen“.

 

Für ihn geht ein Traum in Erfüllung: In der Universität Mardin wird in absehbarer Zeit ein Lehrstuhl für die Aramäische Sprache eingerichtet. Dies hat kürzlich der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan bei seinem Besuch in Mardin angekündigt. Durch den Vali ließ Erdoğan ausrichten, dass das Problem des Klosters Mor Gabriel bald gelöst werde. Der Staat wird sich einmischen und das Problem klären. (Anmerkung des Schreibers: Wir sind sehr gespannt!)

Erzbischof Saliba berichtete ferner von einer Konferenz in Erbil im Nordirak, zu der er eingeladen wurde. Unter den Teilnehmern waren u.a. Intellektuelle aus der Türkei, aus arabischen Ländern und aus dem Irak. Dort betonte er u.a. in seinem Beitrag: „Wir Christen gehören zur Urbevölkerung im Tur Abdin und im Irak und dies sollte  respektiert werden“.

Im Kloster Zafaran und in Mardin fand im Herbst 2008 die 4. Konferenz über die Sprache statt. In einem Gottesdienst mit Eucharistie im Kloster konnte das „syrische Christentum vereint werden“, das aus verschiedenen Konfessionen besteht, wie EB Saliba betonte. Dies war eine neue Erfahrung für uns!

Wir haben viele Aufgaben gegenwärtig, denen wir uns stellen müssen. Z.B. müssen wir in den nächsten Wochen für den Staat alle unsere Klöster – auch die zerstörten – und alle Kirchen auflisten und beschreiben, damit sie registriert werden.

„Wir dürfen nicht über unsere Probleme nur weinen, sondern müssen uns ihnen stellen. Nur so kommen wir weiter!“ Wir müssen zu „einem neuen Miteinander“ gelangen. Wir müssen uns gegenseitig stärken und helfen. „Unser Ziel muss sein, den „Tur Abdin neu aufzubauen und die Region zusammenzuführen“. Die Unterstützung von außen – moralisch und finanziell – hilft uns dabei, dieses Ziel zu erreichen.

 

Neues aus Kafro

Der Vorsitzendes des „Entwicklungsvereins Kafro/ Tur Abdin“, Benjamin Demir berichtete mit einer Präsentation kurz über die weitere Entwicklung des Pilotprojektes Kafro im Tur Abdin. Gegenwärtig leben 40 Personen (12 Familien) in Kafro. Realisierte Projekte sind: Hauptstraße und Siedlungsstraßen – Trottoirs - Kommunikation: Telefon, Internet Anschluss – Renovierung und Wiederaufbau der Kapelle – Internetraum für die Schule – Kataster und Grundbucheintragungen – Ausbildungsfonds für Jugendliche in den Izlo Dörfern – Baumpflanzaktion – geplant sind ein Internetkurs, eine medizinische Station für die Region – ein Sportplatz. Gutes Gelingen für alle Aktionen!

 

Unsere Resolution

Anschließend wurde die vorbereitete Resolution vom Leitungsteam der „Solidaritätsgruppe Tur Abdin und Nordirak“ vorgelegt, über die am nächsten Tag diskutiert und beschlossen wurde. Jeder, der sie mittragen kann, wurde eingeladen, sie zu unterschreiben. Sie wird vor allem an türkische Politiker und Verantwortliche geschickt. Der Text wird ins Türkische übersetzt. Der deutsche Text wird am Ende dieses Berichtes abgedruckt, sobald der Text der Resolution an türkische Stellen verschickt wurde.

 

Unterschiedliche Einschätzung der gegenwärtigen Situation im Irak

Horst Oberkampf führte in das zweite Thema „Informationen aus dem Nordirak“ ein. Er stellte zunächst fest, dass die gegenwärtige Situation im gesamten Irak unterschiedlich beurteilt wird. Die einen betonen, die Situation habe sich beruhigt, Gewaltaktionen werden weniger. Die anderen behaupten das Gegenteil: Die Situation ist nach wie vor angespannt, instabil und gefährlich.

 

Dies spiegelt sich auch in den Nachrichten der letzten Wochen wider. Der irakische Präsident Al Maliki sagte in einem Interview: “Wir können das Land alleine kontrollieren“. Weiter sagte er: “Aus irakischer Sicht wäre der Krieg (Anmerkung: Krieg 2003) verheerend gewesen, wenn das Ergebnis nicht Demokratie und Freiheit gewesen wäre. Und wenn die internationalen Truppen nicht abzögen und der Irak besetzt bliebe, wäre das das Gegenteil von dem, was sich die Iraker erhofft haben“. (Quelle: „Bild Interview“ 17.2.2009)

 

Ein neues Kapitel der deutsch irakischen Beziehungen ist durch den überraschenden Besuch unseres Außenministers Frank Walter Steinmeier in Bagdad im Februar aufgeschlagen worden. Gespräche mit dem Staatspräsidenten Talabani und mit Vertretern der Regierung wurden geführt. In diesem Zusammenhang wurde vom Außenminister in Bagdad ein „Servicebüro Wirtschaft“ eröffnet und in Erbil das „Deutsche Konsulat“ eröffnet. (Infos Auswärtiges Amt 17.2.2009)

 

Vom 10.-11. Februar fand im Libanon eine Tagung von Vertretern der Kirchen im Irak statt. Der Weltrat der Kirchen hatte dieses Treffen ermöglicht. Die Teilnehmer betonten, dass auch die Christen sich gemeinsam mit allen anderen irakischen Bürgern für Versöhnung und Friedensaufbau im Land einsetzen sollen. „Die bestehenden Verhältnisse im Irak können nicht dadurch verbessert werden, dass immer mehr Menschen das Land verlassen“. Weiter: “Christen gehören seit der Geburtsstunde der Nation zum Irak und haben das Recht, in diesem Land in Freiheit zu leben und die gleichen Rechte und Pflichten wie die anderen Bürger zu haben“. Die teilnehmenden Erzbischöfe riefen die irakischen Christen auf, „in ihrem Heimatland zu bleiben und sich aktiv am Wiederaufbau und der Entwicklung des Landes zu beteiligen“. Die Kirchen im Westen wurden dazu aufgerufen, „nicht zur Migration und Wiederansiedlung von Flüchtlingen außerhalb des Iraks zu ermutigen“, sondern sich vielmehr „dafür einzusetzen, dass Sicherheit und Stabilität im Irak für alle Iraker wiederhergestellt werden“. (News des WCC 19.2.2009)

 

In einem Interview mit dem chaldäisch katholischen Erzbischof Jean Benjamin Sleimann aus Bagdad sagte der Erzbischof auf die Frage, wie die Situation der Christen im Irak sei u.a. „Heute gibt es im Irak weniger Gewalt als noch vor einem Jahr. Auch die Christen haben heute weniger Schwierigkeiten. Aber sie haben noch kein Vertrauen gefunden. Das hat verschiedene Gründe: Einmal gibt es von Zeit zu Zeit noch immer brutale Gewalttaten, wie zum Beispiel in Mosul. Noch schlimmer ist die Unsicherheit. Denn es gibt bisher keine politische Lösung der gegenwärtigen Probleme. Es gibt weniger Gewalt. Das ist gut, aber es gibt keine stabilen Verhältnisse, die Christen verlässliche Sicherheit bieten“.

 

Auf die Frage der Bedingungen für eine Zukunft der Christen sagte er: „Man muss immer an die Chance des Überlebens glauben, aber wenn sich nichts ändert, ist es aus. Man muss vor allen Dingen dem Irak helfen, ein Rechtsstaat zu werden. Der beste Schutz für die Christen und die Minderheiten überhaupt ist ein Staat, der seine Verantwortung in die Hand nimmt und für Recht sorgt. Wenn wir keinen Staat in diesem Sinne bekommen, wird das Recht des Stärkeren die Gesellschaft beherrschen“. ( in „Tagespost“ Februar 2009)

 


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 Teilnehmer der Tagung   Unsere Freunde aus dem Tur Abdin


Bericht über den Besuch der Delegation aus Stuttgart und München im Nordirak

 

Kirchenrat Ernst Ludwig Vatter von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Stuttgart berichtete in einer Präsentation an Hand von Bildern und Kommentaren vor allem über Eindrücke vom Besuch der Bayrischen und Württembergischen Landeskirche Anfang Juni 2008. Eine Delegation besuchte den Nordirak (Irakisch Kurdistan und die Nineveh Ebene). Berücksichtigt wurden auch verschiedene Projekte, die von beiden Landeskirchen unterstützt werden. Sie werden von den beiden Hilfsorganisationen vor Ort „Christian Aid“ (CAPNI) und „Assyrian Aid“ (AAS) beantragt und abgewickelt z.B. Mobile Klinik, Apotheken, Assyrisches Internat, Humanitäre Hilfe für „Vertriebene“, die in den Nordirak geflohen sind (Lebensmittel, Kerosin, Gas, Decken usw.). Die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat 2008 einen Betrag von 500.000.- EU vor allem für die Unterstützung der Vertriebenen im Nordirak zur Verfügung gestellt.

 

Ergänzend sei noch gesagt, dass von Seiten der „Solidaritätsgruppe“ Spenden von Einzelpersonen, Gottesdienstopfer, Erträge aus Vorträgen und Artikeln in Höhe von 50.000.- EU für verschiedene Projekte im Nordirak an die beiden Hilfsorganisationen weiter gegeben wurden (Arme Studenten, Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge, Medizinische Hilfe, Unterstützung armer Familien, Arbeit von Frauen Organisationen usw.).

 

Aus verschiedenen Gesprächen mit Politikern der Regierung von Irakisch Kurdistan wurde bei dem Besuch im Juni 2008, so Kirchenrat Vatter, fast übereinstimmend gesagt: Die Christen sind willkommen im Nordirak, sie sollen und können hier leben; sie gehören zu uns. Das heißt im Klartext: Die Christen im Nordirak können dort leben, sie benötigen aber bis auf weiteres Unterstützung von außen. Vor allem Arbeitsmöglichkeiten müssen geschaffen werden.

 



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 Kirchenrat Vatter (l.) in Kafro mit Erzbischof Timotheos, Kloster Mor Gabriel Horst Oberkampf (r.) in Zakho mit Erzbischof Dr. Louis Sako, Kirkuk

 

Aufnahmeaktion Irakischer Flüchtlinge

In diesem Zusammenhang hat Ernst Ludwig Vatter auch auf die Europäische Aufnahmeaktion von irakischen Flüchtlingen aus Syrien und Jordanien hingewiesen. Im November 2008 wurde beschlossen 10.000 Flüchtlinge aufzunehmen, davon 2500 in der Bundesrepublik. Sie werden vom UNHCR und dem Bundesinnenministerium ausgesucht. In erster Linie sollen kranke, traumatisierte und gefolterte Flüchtlinge aufgenommen werden – Christen und Mitglieder anderer Minderheiten. Das deutsche Kontingent von 2500 Flüchtlingen – sie kommen in verschiedenen Gruppen -  wird zunächst in Friedland begrüßt und dann auf die Bundesländer verteilt werden. Baden Württemberg wird 382 Flüchtlinge aufnehmen. In den letzten Wochen wurde in Baden Württemberg ein Netzwerk unter den verschiedenen Organisationen aufgebaut, die mit der Aufnahme zu tun haben. Ein „Fachtag“ wird Anfang April folgen.

 

Bericht von der „Initiative Christlicher Orient“, Linz

Seit 2006 hat die „Initiative Christlicher Orient“ in der Person von Dr. Hans Hollerweger, unserem früheren Freund aus der „Solidaritätsgruppe“ Kontakte zum Nordirak, vor allem zur Diözese Kirkuk, zu Erzbischof Dr. Louis Sako. In seinem kurzen Bericht erwähnt Hollerweger, dass vor allem kleinere Projekte in der Diözese von ICO unterstützt wurden und werden, aber auch in den chaldäisch katholischen Gemeinden im Nordirak. Die drei chaldäisch katholischen Diözesen im Nordirak haben sich zusammengeschlossen, Bei seinem letzten Besuch traf er auch die Flüchtlinge aus Mosul Oktober 2008 und war beeindruckt über die Solidarität der Christen in der Nineveh Ebene, die sich um die Flüchtlinge kümmerten.

Wichtig ist Hans Hollerweger: Entwicklung von Projekten und dann Suche nach Unterstützern - Auswanderung stoppen und Projekte im Nordirak verstärkt unterstützen – Unterstützung der Eigeninitiative - Zusammenarbeit mit Organisationen vor Ort.

Es fanden auch Gespräche mit der Bischofskonferenz Österreichs statt, ebenso mit pro oriente in Wien. Bei seinen Besuchen waren Delegationen beider Organisationen schon dabei.

Der Erzbischof von Kirkuk ist „Sprecher der Christen und Kirchen“ im Irak. Er hat einen guten Kontakt zu den Imamen und Scheichs, die in seiner Diözese leben.

 




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Dr. Hans Hollerweger aus Linz ICO Abuna Emanuel Youkhana CAPNI


Abuna Emanuel Youkhana
von „Christian Aid“ (CAPNI) berichtete kurz von den zurückliegenden Wahlen (Provinzwahlen) und von den bevorstehenden Wahlen: Kreiswahlen – Parlamentswahlen (Mai/ Juni). Ungeklärt ist bislang noch immer der Status von Kirkuk und Mosul.

 

Horst Oberkampf vom Leitungsteam der „Solidaritätsgruppe Tur Abdin und Nordirak“ schloss die Tagung ab mit einem herzlichen Dank an alle Gesprächspartner und Referenten, an alle, die bei dieser Tagung mitgearbeitet haben, und an alle, die an der Jahrestagung teilgenommen haben. Er entließ die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit dem Gruß und der Bitte: Gehen Sie Gott befohlen zurück in Ihre Wohnorte und dann bis zur Jahrestagung 2010!                                                             (ho)




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Kloster Mor Gabriel



Vorbemerkung: Die nachfolgende Resolution wurde für die Jahrestagung der "Solidaritätsgruppe Tur Abdin und Nordirak" im März 2009 vom Leitungsteam vorbereitet und  wurde dort dem Plenum vorgelegt. Änderungen, die sich aus der Diskussion ergaben, wurden aufgenommen. Teilnehmer, die die Resolution mit unterstützen konnten, konnten ihre Unterschrift unter die Resolution setzen.

Die Resolution wurde vor allem an türkische Politiker und an Verantwortliche in der Türkei geschickt. Zur Kenntnis wird sie auch an deutsche und europäische Politiker geschickt.


Der Text der Resolution liegt in deutsch, türkisch und arabisch vor. Abgedruckt wird hier der deutsche Text!


Der deutsche Text der Resolution


Resolution
der 17. Jahrestagung der „Solidaritätsgruppe Turabdin und Nordirak“ vom 13. - 14. März 2009
zur Situation der Syrisch-Orthodoxen und besonders des Klosters Mor Gabriel in der Türkei

 

Wir sind in großer Sorge um das Kloster Mor Gabriel im Südosten der Türkei, das durch die Anklagen von drei Nachbardörfern - unterstützt durch einflussreiche Feudalherren aus der Region - in verschiedene gerichtliche Auseinandersetzungen verwickelt wurde. Es geht um den Landbesitz des Klosters und um die Grenzen seiner Ländereien.

Mor Gabriel ist eines der ältesten Klöster der Christenheit (gegründet 397). Seit Jahrhunderten ist es ein geistliches Zentrum der Syrisch-Orthodoxen Kirche im Turabdin. Zugleich ist es für viele Menschen heute ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt.

Die gegenwärtigen Auseinandersetzungen vor dem Amtsgericht in Midyat rühren an grundsätzliche Fragen der Christen in der Türkei. Die genannten Probleme scheinen unserer Meinung nach vorgeschoben zu sein. Denn mit dem gleichen Problem kämpft die Mehrheit der christlichen Dörfer des Turabdin auch. Es geht letztlich um den Status der syrischen Christen in der Türkei und um ihre Rechte als Minderheit.

Die syrischen Christen in der Südosttürkei sind als Nachfahren der altorientalischen Völker Mesopotamiens – Assyrer, Babylonier und Aramäer – Träger einer der ältesten Kulturen der Welt. Ihre heute noch gesprochene Sprache ist das Aramäische, welche auch von Jesus Christus gesprochen wurde. Diese gehört zu den ältesten uns bekannten und ununterbrochen bis zum heutigen Tag gesprochenen Sprachen der Menschheit!

Als Folge von Verfolgung und Massakern, von Vertreibungen und Missachtung der Menschenrechte leben heute nur noch rund 2000 syrische Christen in ihrer angestammten Heimat. Die gegenwärtig wieder aufkommenden Anfeindungen durch ihre Umgebung stellen eine erneute Gefährdung ihrer Existenz in der Türkei dar.

„Das Recht ist das Fundament des Staates“, gilt als Grundsatz Mustafa Kemal Atatürks. Auf dieser Grundlage wurde die Türkische Republik 1923 gegründet. Wir stellen aber fest, dass dieser Staat seit seiner Gründung seinen syrisch-orthodoxen Staatsbürgern elementare Rechte verweigert. Sie sind weder als eine religiöse noch als eine ethnische Minderheit offiziell anerkannt. Die Rechte für nicht-muslimische Minderheiten, die im Lausanner Vertrag in den Artikeln 37 – 45 festgeschrieben wurden, werden ihnen bis heute vorenthalten.

Daher fordern wir die Türkische Regierung nachdrücklich auf,

·          die kleine Gemeinschaft der syrischen Christen für das Land als Bereicherung zu sehen, und sie als Bürger der Türkischen Republik unter den besonderen Schutz des Staates zu stellen;

·          die Klöster- und Kirchenanlagen der syrischen Christen mit Unterstützung des Staates vor Zerfall und Enteignung zu schützen;

·          den syrischen Christen die Freiheit zur Religionsausübung zu gewähren – dies schließt ihre Anerkennung als eine nicht-muslimische Minderheit nach dem Lausanner Vertrag  ein;

·          den syrischen Christen religiöse Ausbildungsstätten nicht nur offiziell zu erlauben, sondern auch finanziell zu fördern, wie dies auf muslimischer Seite in der Türkei schon immer geschieht;  

·          durch Genehmigung und Förderung von Sprachschulen den Erhalt der Sprache und Kultur der syrischen Christen zu unterstützen. Denn die aramäische Sprache ist nach neuesten Angaben der UNESCO in der Türkei vom Aussterben bedroht.  

Nur so werden die syrischen Christen ihre Zukunft in der Türkei sicher und gleichberechtigt gestalten und einen positiven Beitrag für die Entwicklung der Türkei leisten können.

 

 

Verantwortlich: Leitungsteam der „Solidaritätsgruppe Tur Abdin und Nordirak“ –

PD Dr. Shabo Talay, Janet Abraham, Kirchenrat Ernst Ludwig Vatter, Pfarrer i.R. Horst Oberkampf, Kirchenrat Thomas Prieto Peral

 Augsburg, den 14. März 2009




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Grünflächen ums Kloster Mor Gabriel Marienkapelle innerhalb von Mor Gabriel

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 4. Mai 2010 )
 
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