Sie befinden sich hier:  



Erzbischof Timotheos spricht vor der Synode der Ev. Landeskirche in Württemberg 12.März 2010 PDF Drucken E-Mail
ImageErzbischof Timotheos Samuel Aktas sprach am Donnerstag, 11. März 2010 vor der Landessynode der Evang. Landeskirche in Württemberg in Schwäbisch Gmünd. Der Bischof vom Turabdin mit Sitz im Kloster Mor Gabriel war von Landesbischof July und der Landessynode eingeladen worden.





Ansprache des Metropoliten Mor Timotheos  Samuel

Aktas bei der
Evangelischen Landessynode in

Schwäbisch Gmünd

am  11. März 2010

 




Image Image Image Image
Gemeinsames Bild Grusswort Die beiden Bischöfe Teilnehmer des Empfangs


Hochwürdiger Amtsbruder Bischof Dr. July,

liebe Episcopi Emeriti,

liebe Schwestern und Brüder in Christus,

 

es ist mir eine große Freude, als Metropolit der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien an Ihrer Synode teilzunehmen, ein Grußwort an Sie richten zu dürfen und Ihnen auch die Grüße und Gebete unseres Patriarchen zu überbringen. Seit 1985 bin ich Metropolit der Diözese Turabdin und habe seit dem viele Einladungen zu Besuchen und Vorträgen von Staaten und Schwesterkirchen erhalten; doch meine Teilnahme an einer Synode ist das erste Mal. 

 

Wie Sie wissen, ist die Situation der Christen in der Südosttürkei, im Turabdin, durchwachsen: In den letzten 30 Jahren haben wir Höhen und Tiefen erlebt und erlitten. Ich erinnere mich an Zeiten, in denen wir wenig zu Essen hatten, in denen wir aufgrund der angespannten Situation nicht wussten, was am nächsten Tag auf uns zukommen wird. Ich erinnere mich, dass Tausende, ja Zigtausende meiner Diözesanen ihre Heimat verließen, um in der Ferne eine neue Heimat zu finden. Ja selbst unsere Priester kehrten ihrer Heimat den Rücken zu, ließen ihre Gemeinden im Stich und wir harrten im Kloster aus, betend, und auf eine Verbesserung der Situation hoffend. So verloren manche von denen, die wie wir, aus Liebe zur Heimat und Treue zum Glauben die Stellung hielten, ihr Leben. Andere wurden misshandelt und alle waren in ständiger Angst.

 

Nun leben wir im Jahr 2010: Unser Land möchte in die europäische Union aufgenommen werden.  Wir als Kirche erhoffen uns davon eine grundlegende Verbesserung der rechtlichen und gesellschaftlichen Situation der kleinen christlichen Minderheiten im Lande. So leben im Turabdin, einem einst urchristlichem Land, nur noch 391 Familien, wirken nur noch 6 Priester, leben noch 10 Mönche und 21 Nonnen in fünf Klöstern. Es ist erfreulich, dass die syrisch-orthodoxen Christen in ihrer neuen Heimat, ihre alte Heimat nicht vergessen und einzelne Familien in ihre Heimat wieder zurückgekehrt bzw. dabei sind es zu tun, dazu gehören auch Familien aus Schwäbisch Gmünds Nachbarstadt Göppingen.

 

Wenn ich von meinem Amtssitz, dem Kloster Mor Gabriel hinausschaue, in das weite Land des Turabdin, das Land der Gottesknechte, dann erspüre ich jetzt im Winter die Ruhe, im Frühling die Farbenpracht, im Sommer die vom Wind erträglich gemachte Hitze und im Herbst das Fallen der Blätter; welch ein vom lieben  Gott geschenktes Paradies. Doch die Realität ist eine ganz andere! So ist, wie Sie wissen, die Existenz unseres Amtssitzes, des im Jahre 397 gegründeten Klosters St. Gabriel, bedroht. Was soll ich sagen? Wir haben unsere Diözesanen verloren, unser Hab und Gut in den Dörfern und jetzt möchte man uns auch noch unsere Heiligtümer wegnehmen.

 

Wir, die syrisch-orthodoxen Christen, sind Menschen, die mit ihren Nachbarn friedlich und in geschwisterlicher Verbundenheit leben wollen. Aber das Zentrum unserer Kirche lassen wir uns nicht wegnehmen. Wir werden es bis zum letzten Atemzug verteidigen, weil wir das Recht auf unserer Seite wissen! Dankbar stelle ich fest: Tausende syrisch-orthodoxe, katholische und evangelische Christen auf der ganzen Welt stärken uns den Rücken im Kampf um unser Recht auf die angestammte Heimat.

 

So nütze ich hier und jetzt die Gelegenheit, dem deutschen Staat, den Schwesterkirchen und den Bürgerinnen und Bürgern dieses gesegneten Landes für den vielfältigen Einsatz für unser Kloster von Herzen zu danken. Mein besonderer Dank gilt der evangelischen Landeskirche von Württemberg, die uns in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts moralisch und finanziell beigestanden ist und die jetzt sich bereiterklärt hat, den Einbau einer Heizung mit zu finanzieren; denn im Winter ist es im Kloster sehr kalt und das Personal und unsere Schüler sind gesundheitlich durch ständige Erkältungen gefährdet.           

 

Als Zeichen meiner Wertschätzung und Dankbarkeit überreiche ich Ihnen, sehr geehrter Herr Bischof July, stellvertretend für alle evangelischen Christen Ihrer Landeskirche ein Kreuz, das Zeichen unserer Erlösung und Hoffnung, das Zeichen unserer Verbundenheit im einen christlichen Glauben; denn auch für uns Christen evangelischer und syrisch-orthodoxer Konfession gilt: Jesus Christus ist das Fundament unseres Glaubens. Ihnen, liebe Synodalinnen und Synodalen wünsche ich den Segen Gottes: des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.   




Image Image Image Image
Landesbischof July Übergabe einer Medaille Die beiden Bischöfe Abschlussbild


 

Letzte Aktualisierung ( Montag, 15. März 2010 )
 
< Zurück   Weiter >





a