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Aus der 18. Jahrestagung der Solidaritätsgruppe mit Vortrag Erzbischof Timotheos 12./13.2010 PDF Drucken E-Mail
ImageDer interessante Vortrag von Erzbischof Timotheos aus dem Turabdin, den er auf der Jahrestagung der "Solidaritätsgruppe Turabdin und Nordirak" hielt, ist in Deutsch und Englisch abgedruckt. Aus allen Referaten, die gehalten wurden, werden einige wichtige Gedanken festgehalten.







Besuch von Erzbischof Timotheos Samuel Aktas bei der Evang. Landeskirche in Württemberg

Bevor der Bischof der Diözese Turabdin, Erzbischof Timotheos an der Jahrestagung der "Solidaritätsgruppe" (12./13.3.2010) teilnahm,  wurde er von Landesbischof Frank O. July, Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, am Donnerstag, 11. März 2010 in Schwäbisch Gmünd empfangen. Die guten Kontakte, die in der Zwischenzeit zwischen dem Turabdin und der Landeskirche in Württemberg bestehen, wurden durch diese Begegnung ausgebaut und vertieft.

Erzbischof Timotheos hatte die Gelegenheit, ein Grusswort an die in Schwäbisch Gmünd gerade tagende Landessynode zu richten. Darin betonte er, wie wichtig die Kontakte für die Minderheit der Syrischen Christen im Turabdin gegenwärtig sind, da bei den Auseinandersetzungen um das Kloster Mor Gabriel die Solidarität und die Unterstützung von vielen Freunden wichtig sei. Zugleich bedankte er sich bei den Landessynodalen und beim Landes-bischof für alle bisherige Unterstützung und bat darum, die bestehende Freundschaft auch in Zukunft zu erhalten. Das gebe ihrer Hoffnung im Turabdin Kraft, so der Bischof in seinem Grusswort
.





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Die beiden Bischöfe Beim Grusswort ÖkumenischeGrüsse Die beiden Bischöfe


Den Vortrag von Erzbischof Timotheos aus dem Turabdin  können Sie am Ende, also nach den "Informationen aus der Jahrestagung" im Wortlaut lesen und zwar in Deutsch und Englisch.


Einige Informationen von der 18. Jahrestagung der Solidaritätsgruppe Turabdin und Nordirak

In seiner Begrüßung bei der 18. Jahrestagung erwähnte Horst Oberkampf, Mitglied des Leitungsteams der Solidaritätsgruppe Turabdin und Nordirak, dass am Donnerstag, 11. März 2010 das Schwedische Parlament den Genozid 1915 an Armeniern, Assyrer, Aramäer und Ponto Griechen mit knapper Mehrheit (131 zu 130 Stimmen) als Genozid anerkannte. Endlich hat ein Land in Europa sehr mutig sich diese historische Wahrheit zu eigen gemacht, die in der Türkei immer noch geleugnet wird. Wir können nur hoffen, dass weitere Länder diesen Weg fortsetzen.


 Erzbischof Timotheos Samuel Aktas - die Stimme aus dem Turabdin

ImageErzbischof Timotheos Samuel Aktas, der Bischof der Diözese Turabdin, nahm zusammen mit Erzdiakon und Malfono Isa Gülten und mit Malfono Isa Dogdu an der jährlichen Tagung der „Solidaritätsgruppe Turabdin und Nordirak“ vom 12.-13. März 2010 in Nürnberg teil. Es war das erste Mal, dass der Bischof der Diözese Turabdin Gast der Solidaritätsgruppe war. Die Freude darüber war beim Leitungsteam der Solidaritätsgruppe so wie bei den 50 Teilnehmern der Tagung sehr groß.


Der Bischof hielt einen sehr persönlichen und bewegenden Vortrag, in dem er aus seiner Sicht etwas zur gegenwärtigen Situation der Gerichtsverhandlungen sagte, in die das Kloster Mor Gabriel verwickelt ist. Aber er ging auch insgesamt auf die gegenwärtige Situation der Syrischen Christen im Turabdin ein und fand klare und deutliche Worte, die an die Regierung des Türkischen Staates und an die Autoritäten der Türkei gerichtet waren. „Das Kloster Mor Gabriel ist das Herz und die Seele der Syrischen Christen .... Wir werden darum kämpfen, das es unser Eigentum bleibt .... Gott hat uns Kraft gegeben, gegen das Unrecht zu kämpfen..... Wir sind dankbar für die Unterstützung und für die Solidarität von außerhalb, die wir in den letzten Jahren bekommen haben..... Lasst bitte nicht nach, wir brauchen Eure Gebete .... Aber wir brauchen auch Eure moralische  und finanzielle Unterstützung“. Dies sind einige Aussagen, die im Vortrag von Erzbischof Timotheos vorkamen. 


In der Diskussion wies der Erzbischof nochmals darauf hin, dass es Kräfte in der Türkei gibt, die das Kloster auslöschen wollen und damit das „Herz des Turabdin“ treffen wollen.


Das Kloster Mor Gabriel ist nicht nur das Zentrum der Syrischen Christen, sondern ist ein „Haus der Christen und der gesamten Christenheit“.


 Erzbischof Mar Gewargis Sliva, Kirche des Osten – eine authentische Stimme aus Bagdad

ImageErzbischof Gewargis hat seinen Sitz in Bagdad, im bekannten Stadtteil der Christen, in Dora.  In Bagdad hat die Kirche des Ostens noch sechs Kirchen. Er wies u.a. darauf hin, dass die Grausamkeiten gegen sein Volk vor allem ab 2003 begannen. Er nahm seinen Stadtteil als Beispiel: Aus Dora flohen tausende christliche Familien, heute sind nur noch 80 Familien dort. Das alles passierte vor den Augen derer, die uns und den Irak befreien wollten. Bei einer Begegnung mit dem stellvertretenden amerikanischen Außenminister sagte dieser: Wenn die Amerikaner sich nicht um die Christen kümmern werden, werden sie zu tausenden fliehen. Dies ist leider Realität geworden, so der Erzbischof.

 
Gegenwärtig nehmen die Anschläge in Mosul wieder stark zu. Keine Macht unternimmt etwas gegen diese Anschläge. So fragen wir Christen uns schon: Wie lange sollen wir noch ausharren? Wir fragen uns: Wo sind die, die das Recht und die Sicherheit bewahren und wiederherstellen? Was macht z.B. der Staat, die Arabische Liga, die UNO, der Weltrat der Kirchen?


Manches Mal denke ich, sagte der Erzbischof, als ob es eine Verschwörung im Irak gegen die Christen gebe, damit der Irak von Christen befreit werde.


Wenn alle gegen die Anschläge sind, warum nehmen sie dann gegenwärtig eher wieder zu statt weniger zu werden?


Aber: Wir Christen leben von der Hoffnung, die sich 
ausImage unserem christlichen Glauben speist. Wir hoffen auf eine Rückkehr von den vielen christlichen Flüchtlingen, die im Norden des Irak, in den Nachbarländern vom Irak, in Syrien und Jordanien und die im westlichen Ausland leben. Wir hoffen auf eine Rückkehr, damit die wenigen heute wieder mehr werden. Damit unsere Weinberge wieder blühen, damit Dora wieder das einst große christliche Dora wird. Voraussetzung ist natürlich, so der Erzbischof, dass wir unsere Rechte bekommen. Wenn nicht, dann wird ein wichtiger gesellschaftlicher Teil  verloren gehen. Wir bitten für das ganze Volk im Irak, dass es befreit und in seiner Heimat bleiben kann.


Wir hoffen für unsere Kinder, dass sie sich einst wieder an den Blumen, an den Schmetterlingen, an dem Regenbogen freuen können und nicht an den Raketen. Wo Friede ist, da ist Gott. Wo Gott ist, ist kein Krieg.


 Die Heimat von uns Christen ist der Irak und nicht das Ausland. Wir müssen bleiben, um den Reichtum unseres Glaubens und unserer Kultur bewahren zu können. Das frühere Mesopotamien ist der Entstehungsort des Christentums. Wir dürfen ihn nicht aufgeben und verlieren.


Unser Volk will weg von dieser gegenwärtigen und Angst machenden Situation. Wir sehnen uns nach Frieden und Sicherheit.

 
Aziz Emmanuel Zebari – eine Stimme aus dem „Volksrat“, Erbil

ImageDer „ Chaldean Syriac Assyrian Popular Council“, wie der “Volksrat” heißt, ist ein politischer Zusammenschluss wichtiger Parteien der „Chaldäer Syrer Assyrer“ im Nordirak, wenn auch nicht aller. Er denkt über die politische Zukunft des Volkes der Chaldäer Syrer Assyrer nach und versucht, mit „einer Stimme“ zu sprechen.


Nach Meinung des Popular Council ist angesichts der gegenwärtigen Situation eine „Autonome Region“ oder eine „Selbstverwaltungszone“ – die Bezeichnung ist noch völlig offen! - die einzige Möglichkeit für unser Volk, so Mr. Aziz. Diese Zone, wie immer
sie genannt wird, Image umfasst nach Meinung des Popular Council vor allem  die sog. Nineveh Ebene und Teile von Irakisch Kurdistans.


Die Christen leben in dieser Zone mit anderen Minderheiten zusammen z.B. mit Yesiden und Shabaks.


Dieses Anliegen, eine autonome Region aufzubauen, findet nach Meinung von Mr. Aziz in seinem Volk große Unterstützung. Das zeigen drei große Demonstrationen, die in den letzten Monaten für dieses Vorhaben durchgeführt wurden.

 
Aziz E. Zebari wies darauf hin, dass in der Verfassung von Irakisch Kurdistan das Recht auf eine autonome Region anerkannt wurde. In der Verfassung von Bagdad für den ganzen Irak soll dieses Recht ebenfalls vorgesehen werden. In einem Referendum wird die Zustimmung  bzw. Ablehnung bei den Betroffenen eingeholt werden. Der Popular Council rechnet mit einem positiven Ergebnis.


Wenn alle diese Schritte gemacht sind, wird es darum gehen, die „Autonome Region“ auszugestalten. Z.B. soll diese Region einen eigenen Haushalt für Erziehung und Soziales haben und eigene Ministerien. Aber viele Fragen sind noch offen, wie Aziz Zebari betonte.


Der Referent aus dem Nordirak machte noch auf ein Problem aufmerksam. Sollte die angestrebte autonome Region abgelehnt werden, „könnte unser Volk und unsere Identität in zwei Teile aufgeteilt werden. Das können wir so nicht wollen“, so Aziz E. Zebari.


Die Betroffenen werden auch darüber entscheiden müssen, ob die geplante „Autonome Zone“ oder die „Region mit Selbstverwaltung“ sich an Irakisch Kurdistans oder an Bagdad anschließt.


 Was gibt es von der Jahrestagung sonst noch zu sagen?

Die Föderation der Aramäer (Suryoye) in Deutschland FASD, die durch einige Vorstandsmitglieder auf der Jahrestagung vertreten war, ließ durch seinen Vorsitzenden Rechtsanwalt David Gelen mitteilen, dass die Föderation an einer Zusammenarbeit mit der „Solidaritätsgruppe“ Interesse hätte und dazu bereit sei.

Dies wurde mit Überraschung, aber auch mit Freude zur Kenntnis genommen. Das heißt dann aber auch, dass beide Gruppen sich möglichst bald über ihr Verständnis von Zusammenarbeit austauschen, mögliche Hindernisse aus der Vergangenheit aus dem Wege räumen und Erwartungen an den jeweils anderen Partner aussprechen müssen.


Mein Schlusswort

Die authentischen Berichte über den Turabdin und über den Irak machten wiederholt deutlich, dass Solidarität und Unterstützung von Projekten,  Stärkung der Hoffnung und die Gebete für die Betroffenen nach wie vor ganz wesentlich und  notwendig sind.




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Jahrestagung 2010 Gesprächspartner Gesprächspartner Tagungsraum





Im folgenden können Sie den Vortrag von Erzbischof Timotheos im Wortlaut lesen - in Deutsch und Englisch:


Liebe Mitglieder der Solidaritätsgruppe Turabdin und Nordirak! Liebe Brüder und Schwestern in Christus!

 Ich möchte mich herzlich bedanken für die freundliche Einladung zu dieser Jahrestagung.

 

Ich bin glücklich hier zu sein und die Gelegenheit zu haben, mit Euch unsere Erfahrungen zu teilen und auch die gegenwärtige Situation im Turabdin zu erörtern. Wir sind Euch schon seit langem zu Dank verpflichtet für all Eure intensive Arbeit und Unterstützung. Ich hoffe, dass meine Anwesenheit Euch weiterhin ermutigt, Eure gesegnete Arbeit für Eure christlichen Brüder und Schwestern im Turabdin fortzusetzen.

 

Zuerst möchte ich es ganz klar machen, dass es nicht unsere Absicht  ist, irgendjemand zu verletzen. Wir als  christliche Minderheit haben immer für Frieden und Respekt für unsere Mit- Nachbarn gearbeitet, indem wir ständig für Verständnis und Toleranz  geworben haben. Wir haben dies in Wort und Tat  demonstriert. Leider entspricht das nicht den Erwartungen einiger Leute. Trotz der Reserviertheit anderer fühlen wir  uns durch unseren christlichen Glauben und unsere menschliche Natur dazu verpflichtet, auf dem Weg des Friedens, des Respekts und der Liebe zu allen voran zu gehen – und diese Verpflichtung erfüllen wir aus ganzem Herzen. Wir sind so viele Kompromisse eingegangen, um diesen Frieden zu bewahren.  Und wir glauben, dass dies wechselseitig sein muss.

 

Glaubt mir, ich bete viel dafür, dass dies so wäre, und dass ich Euch berichten könnte, dass alles bei den Christen im Turabdin in Ordnung ist.  Aber das würde der Wahrheit nicht entsprechen. Die Wahrheit ist: Trotz der Entwicklungen, die in unserem Land gerade stattfinden, und besonders während des letzten Jahrzehnts, in dem sich unser Land der EU genähert hat, haben wir nur sehr kleine Verbesserungen erlebt, die unsere Rechte als christliche Minderheit betreffen. Die Versprechungen, die von der gegenwärtigen Regierung gemacht und durchgeführt wurden im Blick auf Veränderung und Verbesserung, haben vielleicht der Türkei dabei geholfen, ihre  EU Mitgliedschaft voranzutreiben. Aber aus Sicht der christlichen Minderheit haben die Veränderungen und Verbesserungen wenig dazu beigetragen, die Schwierigkeiten der Christen im Turabdin zu beseitigen. Die Versprechungen, die den Minderheiten gemacht wurden bezüglich ihrer Religionsfreiheit und ihren Eigentumsrechten scheinen  nur „Rechte“ auf dem Papier zu bleiben, und  nur sehr selten, wenn überhaupt werden sie in die Praxis umgesetzt.

 

Die gegenwärtigen juristischen Verfahren gegen das Kloster Mor Gabriel, mit dem Ziel,  sein Land ungerechterweise  zu enteignen, haben einige unheilvolle Absichten erkennen lassen und haben  bei der Lösung der Angelegenheit das wahre Gesicht der staatlichen Verwaltung enthüllt. Wir hielten die Angelegenheit, die den Besitz des Klosters Mor Gabriel betraf, für ein sehr einfaches Problem. Aber es ist nun  ein sehr schwieriges Problem geworden. Bedauerlicherweise  müssen wir befürchten, dass es jetzt zu  einem Politikum geworden ist. Wir wandten uns an die lokale Verwaltung im Vertrauen darauf, dass die Gerichte die Prinzipien von Gerechtigkeit, Fairness und Gleichheit aller vor dem Gesetz aufrecht erhalten würden, aber der Einfluss einiger Muslime vor Ort   gegen die angestammte   christliche Minderheit im Turabdin und gegen das  Kloster Mor Gabriel hat sich als  wirkungsvoller erwiesen. Unter völliger Verletzung des internationalen Rechtes und der Türkischen Verfassung richtete sich der Gerichtsentscheid gegen das Kloster Mor Gabriel. Das war der Fall trotz der überwältigenden und nicht umkehrbaren Beweislast, die wir vorweisen konnten, um den Anspruch auf unsere Landrechte zu untermauern. Wir haben nun fünf Gerichtsverfahren, die weiter gehen. Alle sind ein Versuch, sich unser Land anzueignen. Wir stehen nun in akuter Gefahr, unser Land zu verlieren  in Folge von  unbegründeten Ansprüchen von dritter Seite und des Türkischen Staates. Es gibt andere Syrische Christen in anderen Dörfern rund um den Turabdin, die ähnlichen Problemen gegenüberstehen .

 

Es ist ein Glücksfall für uns, dass die europäischen Länder das Geschehen mit großer Wachsamkeit verfolgt haben. Deutschland ist eines der führenden Länder, das dieser Sache große Beachtung und Fürsorge geschenkt hat. Der Deutsche Botschafter Dr. Eckart Cuntz hat verschiedene Male den Turabdin besucht, um sich ein Bild aus erster Hand zu machen. Leider sind die gerichtlichen Schritte gegen das Kloster Mor Gabriel noch weit entfernt von einer Lösung. Intensive Hilfe wird  noch erforderlich sein, um eine gerechte Lösung nicht nur für das Kloster Mor Gabriel, sondern auch für die christliche Minderheit im Turabdin zu garantieren. Interessanterweise sehen wir viele ähnliche Probleme von Eigentumsrechtsfällen an anderen Orten der Türkei mit anderen Gemeinschaften, aber sie werden viel leichter gelöst.

 

Das Kloster Mor Gabriel ist eines der ältesten christlichen Klöster, das bis heute noch Gottesdienste feiert. Es stört uns deshalb ganz besonders, dass nach 1600 Jahren andere versuchen, uns unser Land wegzunehmen. Das Kloster Mor Gabriel ist das Herz und die Seele der Syrischen Christen. Wir kämpfen darum, dass es unser Eigentum bleibt. Die gegenwärtige Situation ist sehr deprimierend. Wir haben sehr große Sorgen um die Sicherheit und das Weiterleben der Christen im Turabdin. Mit großer Traurigkeit gehen wir einen gefährlichen Weg, der uns abwärts führt und der vielleicht sogar dazu führen kann, dass die Syrischen Christen aus ihrem ursprünglichen Heimatland vertrieben werden, wo sie seit tausenden von Jahren gelebt haben.

 

Trotzdem lassen wir die Hoffnung nicht sinken. Wir haben schon früher solche Erfahrungen durchgemacht und diejenigen von Euch, die in den Turabdin gekommen sind, werden sich an manche dieser zurückliegenden Erfahrungen erinnern können. Die Situation für die Christen im Turabdin hatte einen äußerst kritischen Punkt erreicht, der ihre Lebensbedingungen von Tag zu Tag schwieriger gemacht hatte. Gerade an jenem Punkt sandte Gott  Euch, unsere Brüder und Schwestern in Christus, zu uns als Hilfe. Gott hat uns ermutigt und hat uns stark gemacht, die Schwierigkeiten der Vergangenheit zu überwinden, uns gegen die ungerechte und unfaire Behandlung zu stellen und unsere Existenz im Turabdin zu erhalten. Wir können sagen, dass das Überleben der Christen in der Diözese Turabdin fast einem Wunder gleich kommt.

 

Wie Menschern des Glaubens es tun, so haben auch wir auf Gott gehofft. Wir glauben, dass Gott auch die schlimmste Situation in eine gute verändern kann, so dass wir mit unseren Nachbarn im Frieden leben können. Niemand sollte abgewiesen oder in irgend einer Weise ausgeschlossen werden weder vom Staat, von einer Gruppe oder einer Person,  noch von den grundsätzlichen Bestimmungen der Menschenrechte, von Gerechtigkeit und Gleichheit– schließlich sind wir doch alle eine menschliche Familie, die erschaffen wurde von dem gleichen Gott. Wir lieben unser Land, das unser ursprüngliches Heimatland ist. Es ist der Ort, an dem wir geboren wurden und an dem wir tausende von Jahren gelebt haben und, so Gott will, für viele kommende Jahre leben werden. Wir kamen nicht aus fremden Ländern, deshalb haben wir auch kein anderes Land, in das wir jetzt gehen könnten. Hunderte von Kirchen und Klöstern in der Region, die Kreuze und andere christliche Symbole, die aus Stein gemeißelt wurden, die Heiligen, die Kultur, die Geschichte, die syrischen Menschen – das alles weist eindeutig darauf hin.  Angesichts fortgesetzter Verfolgung sind wir stolz, das Kreuz unseres Gottes hoch zu halten so wie es unsere Vorfahren taten. Lasst den Namen unseres Gottes gesegnet sein.

 

Hier möchte ich die große Unterstützung und unsere Dankbarkeit erwähnen, die die Christen im Turabdin durch die „Solidaritätsgruppe Turabdin und Nordirak“  und durch die  „Freunde des Turabdins“ erfahren haben. Pfarrer und Prof. Dr. Hans Hollerweger und Pfarrer Horst Oberkampf haben beide Pionierarbeit geleistet und haben außergewöhnlich hart und in wahrer christlicher Solidarität für den Schutz und das Weiterleben der Syrischen Christen im Turabdin gearbeitet. Sie sowie  auch ihre intensiv arbeitenden und hoch engagierten Freunde  haben immer wieder den Turabdin besucht und haben die Syrer im Turabdin moralisch und finanziell unterstützt. Sie haben eine unauslöschliche  Erinnerung hinterlassen und haben  weltweit den Turabdin zu einem Zentrum der Aufmerksamkeit gemacht,  besonders  durch die Veröffentlichung einer  Vielzahl von Büchern über den Turabdin. Ich möchte ihnen und ihren Mitarbeitern meinen tiefen Dank aussprechen. Das sind die verborgenen Helden!

 

Schließlich möchte ich noch sagen, dass wir als verschiedene Glieder am selben Leib Christi die Aufgabe haben, füreinander zu sorgen. Wenn wir sehen, dass ihr alle uns, die Christen vom Turabdin, unterstützt, sind wir getröstet, ermutigt und mit Hoffnung erfüllt bezüglich der Situation der Christen in unserer Region. Wir ermuntern Euch, Eure segensreiche  Arbeit fortzusetzen und für uns zu beten. Wir möchten Euch zugleich wissen lassen, dass auch wir für Euch beten, damit Gott  Eure Arbeit und Euer Leben gedeihen lasse. Ich schließe damit, dass ich Euch  die Liebe und die Grüße der Mitglieder meiner Diözese übermittle Möge Gottes Gnade mit Euch sein und Euch segnen. Ich danke Euch allen!

Erzbischof Timotheos Samuel Aktas

 

Dear Members of Solidarity Group of Turabdin/Northern Iraq

Dear Brothers and Sisters in Christ,

 

I would like to thank you for your kind invitation to this annual meeting.

 

I am delighted to be here and to have the opportunity to share with you our experiences and current status in Turabdin. We are already indebted for all your hard work and support and I hope my presence here will further encourage you to continue your blessed work for your Christian brothers and sisters in Turabdin.

 

Firstly, I would like to make it abundantly clear that our intention is not to offend anyone. We, as a Christian minority, have always worked for peace and respect for our fellow neighbours by continually promoting understanding and tolerance. We have demonstrated this through our words and deeds and, unfortunately, this does not fit well with the expectations of some. Despite the reservation of others, our Christian faith, and human nature itself, obliges us to press forward on the path of peace, respect and love for all - and we happily perform this obligation. We have compromised so much to preserve this peace, and we believe that this must be reciprocal.

 

How much I pray it were the case that I was able to tell you that everything is fine with the Christians in Turabdin but that would not be the truth. The truth is that despite the developments that are taking place in our country, and especially during the last decade of the EU process, we have seen very little improvements regarding our rights as a Christian minority. The promises made and carried out by the present government for change and improvement may have helped Turkey pressing forward for its EU membership, but from its Christian minority perspective, the improvements and changes have done little to eliminate the difficulties against Christians in Turabdin. The promises made regarding the minorities and their religious freedom and property rights, seem to remain only “rights” on paper and very rarely, if ever, put into practice.

 

The current legal proceedings against the Monastery of Mor Gabriel to unjustly take its land has fanned out some sinister intentions and exposed the true nature of the authorities in resolving the matter. What we thought was a very simple problem of Mor Gabriel Monastery’s property has become a very difficult one and sadly to say we are afraid that it has now become a political problem. We went to the local authorities trusting that the Courts would uphold the principles of justice, fairness and equality of all before the law, but the influence of some local Moslem people against the indigenous Christian minority of Turabdin and Mor Gabriel Monastery has been more effective. In complete violation of international law and the Turkish Constitution, the Court ruled against Mor Gabriel Monastery. This was despite the overwhelming and incontrovertible body of evidence we had to support our land rights claim. We now have five legal cases going on; all in an attempt to keep hold of our land, which we have a real chance of losing as a result of unfounded claims by third parties and the Turkish State. There are other Syriac Christians in other villages around Turabdin who face similar problems. 

 

We are fortunate that the EU countries have been keeping a vigil eye on the proceedings. Germany has been one of the leading countries to take serious note and concern of the matter with the German Ambassador Dr. Eckart Cuntz visiting Turabdin several times to see the matter first hand. Unfortunately, the proceedings against Mor Gabriel Monastery are far from resolved and much help is required to ensure a just outcome not only for Mor Gabriel, but all the Christian minority in Turabdin. Interestingly, we see many similar problems of property rights cases in other places in Turkey with other communities, but they are resolved much more easily.

 

Mor Gabriel Monastery is one of the oldest Christian monasteries in service to date and it greatly disturbs us that after 1600 years, others are trying to take our lands away from us. Mor Gabriel Monastery is the heart and soul of the Syriac Christians and we are in a battle to keep hold of it. The current situation is not promising and we have very serious concern for the safety and preservation of the Christians in Turabdin. With great sadness, we are heading down a dangerous path which may see Syriac Christians wiped out from their indigenous homeland where they have lived for thousands of years.

 

We are hopeful nonetheless. We have been through such experiences before and those of you who have come to Turabdin will be able to recall some of these past experiences. The situation for the Christians in Turabdin had reached a dangerously critical level which had made their living conditions difficult day by day. It was at that point that God sent you, our brothers and sisters in Christ, to our aid. God has encouraged us and strengthened us to overcome the difficulties in the past; to stand against unjust and unfair treatment and preserve our existence in Turabdin. We can say that the survival of the Christians in the Diocese of Turabdin falls just short of a miracle.

 

As people of faith, we have hope in God and believe God can change even the worst of situations to good so that we may live in peace with our neighbours. No one should be denied or deprived in any form, whether by the State, group or person, the fundamental tenets of human rights, justice and equality - after all, we are a human family created by the same God. We love our country which is our indigenous homeland; the place where we were born and have lived for thousands of years and, God willing, for the great many years to come. We did not come from foreign lands so we have nowhere else to go. The hundreds of churches and the monasteries in the area, the crosses and other Christian symbols carved on stones, the Saints, the culture, the history, the Syriac people unequivocally testify to this. In the face on continual persecution, we are proud to be holding the Cross of the Lord, as our forefathers did. Let the Name of the Lord be blessed.

 

Here I would now like to mention the great support and gratitude for the Solidarity Group of Turabdin and the Friends of Turabdin to the Christians in Turabdin. Rev and Prof Dr. Hans Hollerweger and Rev Fr Horst Oberkampf have both pioneered and worked exceptionally hard and in real Christian solidarity for the protection and preservation of Syriac Christians in Turabdin. They, along with other their hardworking and committed friends, have continually visited Turabdin and supported the Syriac people in Turabdin both morally and financially. They have left a lasting memory and have introduced Turabdin to the wider world, especially by publishing a great number of books on Turabdin. I would like to express my many thanks to them and their co-workers; the hidden heroes.

 

Finally, as different parts of the same Body of Christ we need to care for one another. When we see you all supporting us, the Christians in Turabdin, we are comforted, encouraged and filled with hope about the Christian situation in the area. We encourage you to continue your blessed work and pray for us. We would like you to know that we also pray for you so that the Lord may prosper you with your work and life. I conclude by conveying you the love and greetings of the members of my diocese.

 

May the grace of God be with you all and bless you. Thank you all.

 

Archbishop Timotheos Samuel Aktas




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mit Team Solidaritätsgruppe Die beiden Bischöfe Delegation Turabdin Empfang

 

 

 





Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 1. April 2010 )
 
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